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21. Januar 2010

FDP-Ortsverband Abensberg zur Sanierung Regensburger Tor


Eingeklinkt : Der Ortsverein um Alfons Traublinger glaubt,dass von Stadtseite zu wenig Gespräche mit dem Besitzer geführt würden.Der Bürgermeister verweist dagegen auf
"nicht eingehaltene Sanierungsversprechen".



Das Regensburger Tor ( im Hintergrund) ist seit Jahren ein Sanierungsfall
Foto: Reitinger

Aus der MZ vom 12.01.2010

 

 

Von Beate Reitinger, MZ

Abensberg. Das Regensburger Tor, der Eingang zur Altstadt im Osten, ist für viele Abensberger ein "Schandfleck". Seit Jahren führe die Stadt Gespräche mit dem Besitzer, mehrfach - so schien es - stand die Sanierung kurz bevor. Doch bislang scheiterten alle Maßnahmen, Josef Neumeyer zur Antragseinreichung zu bewegen, erklärt Bürgermeister Dr. Uwe Brandl auf MZ-Nachfrage. Selbst Förderzusagen in einer Größenordnung von 25000 bis 30000 Euro habe der Hofbräu bisher ungenutzt verstreichen lassen.

Um die Sache voranzutreiben, wollen die Liberalen Gespräche mit dem Besitzer, dem Landesamt für Denkmalpflege und Bauexperten führen, wie Ortsvorsitzender Alfons Traublinger in einer Stellungnahme schreibt. Damit bezieht sich der Abensberger Liberalen-Chef auf die Mitte Dezember im Bauausschuss vom Bürgermeister ausgegebene Aufforderung, statt Kritik selbst eine Verbesserung der Situation herbeizuführen.

"Ergebnisse brauchen Zeit"


Die FDP wolle mit ihrem Einsatz keinen "Ärger" machen, sondern Lösungen finden. "Mit'm Reden macht mas Sach' aus", findet Traublinger, der mehr Kommunikation für notwendig erachtet. Erste Gespräche seien bereits geführt worden. Eine Lösung lasse sich jedoch nicht von "heute auf morgen übers Knie brechen", so Alfons Traublinger auf die Frage nach bisherigen Ergebnissen.

Es habe und werde weitere Gespräche geben. So hätten die beiden Stadträte Dr. Heinz Kroiss und Hans Zirngibl trotz der zahlreichen Feiertage bereits vorgefühlt. "Eine Sanierung ist möglich und zeitnah durchführbar", glaubt Traublinger. Vernünftigerweise sollte dies im Zuge der Umgestaltung der Weinbergerstraße erfolgen. "Nachdem der untere Teil des Gebäudes durch den Straßenverkehr direkt und unmittelbar beeinträchtigt ist, müsste hier eine Kostenteilung mit der Stadt erreicht werden", findet Traublinger.

Fördergelder gebe es vom Landesamt für Denkmalpflege und auch aus dem Topf der Städtebau-Förderung. Noch ausstehend seien verbindliche Aussagen vonseiten des Denkmalschutzes, schreibt Traublinger weiter. In den nächsten Wochen sei aber ein Gespräch mit Bauamts- und Denkmalschutzexperten, Planern und Bauherr geplant, um in der Sache voranzukommen, so Hans Zirngibl.Stadtrat und Innenstadtreferent Hans Zirngibl habe in zahlreichen Vorbereitungs- und Hintergrundgesprächen den Boden für einen echten Stadtmarketingprozess bereitet. Dieses Engagement müsse von der Stadtspitze und den Stadtratsfraktionen jedoch stärker als bisher unterstützt werden, fordert der Chef der Abensberger Liberalen.

Wintergarten ist ein Knackpunkt

Der Bürgermeister sieht das Problem anders gelagert. Nicht fehlende Kommunikation, sondern nicht eingehaltene Sanierungsversprechen macht er für die aktuelle Situation verantwortlich. "Neumeyer verspricht mir immer wieder die Unterlagen umgehend zu vervollständigen und einzureichen. Der Rücklauf wurde immer wieder versprochen, erfolgte aber bis heute nicht", sagt Brandl und hat dabei mehrfache Rückzieher seitens des Besitzers seit 2006 im Auge. Stattdessen werde von diesem immer wieder die Forderung nach einer Genehmigung eines Wintergartens direkt im Anschluss an das denkmalgeschützte Tor ins Feld geführt. Sonst gebe es keine Sanierung. "Dies voneinander abhängig zu machen, ist nicht in Ordnung", findet der Bürgermeister. "Denn die Stadt erteilt weder selbst die denkmalrechtliche Erlaubnis, noch ist sie Baugenehmigungsbehörde."

Neumeyer: "Ich sage nichts dazu"


Von der MZ auf das Regensburger Tor und den Vermittlungsversuch des FDP-Ortsverbandes angesprochen, war Besitzer Josef Neumeyer zu keiner Stellungnahme bereit. Er erklärte jedoch, dass er eine einvernehmliche Lösung im Auge habe. Seit 1967 befindet sich der Regensburger Torturm im Besitz der Hofbräu-Familie Neumeyer. Er ist Bestandteil der Abensberger Stadtmauer und laut Denkmalliste 1399 erstmals erwähnt. Ab 1751 war der auch "oberes Tor" genannte Turm Wohnstätte des Stadttürmers.

Opposition ist eine Chance

"Wir verstehen Opposition nicht als etwas Nachteiliges, sondern vielmehr als Chance (...) für tragfähige Lösungen zum Wohle der Allgemeinheit." Damit kontert FDP-Ortsvorsitzender Alfons Traublinger die Bürgermeisterkritik von der Weihnachtsfeier.Es könne nicht angehen, so Traublinger, "dass der Bürgermeister anmahnt, es dürfe im Abensberger Stadtrat keine Oppositionspolitik geben", dass aber CSU- und Landfraktion sich wie "Regierungsparteien" gebärdeten. "Natürlich wäre es für den Bürgermeister bequemer, keine Opposition vorzufinden. Diesen Gefallen können wir ihm jedoch nicht tun", schreibt Traublinger.

Eine lebendige, echte und ordentliche Demokratie lebe von der Meinung vieler - auch auf kommunaler Ebene. Egal, ob nun Mandatsträger oder Nichtmandatsträger, findet der FDP-Ortsvorsitzende. Nur so kommen letzten Endes tragfähige, brauchbare und wirklich gute Lösungen zum Wohle der Allgemeinheit zustande.

Stadtrat Dr. Heinz Kroiss führt aus, dass die FDP-Stadträte konsequent sach- und konsensorientierte Arbeit im Stadtrat leisteten, was sich darin zeige, dass 90 Prozent der Anträge zugestimmt werde. Wenn andere Stadträte praktisch 100 Prozent aller Anträge zustimmten, spreche das eher für eine taktische und bedingungslose Unterstützung des Bürgermeisters.

 


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